M u s i c = [ L i f e ]* <3



Deppendorf.

Ihr solltet viel Zeit mitbringen, das hier zu lesen, denn...
Heute möchte ich mal mit dem allgemeinen Vorurteil aufräumen, dass das Dorfleben doch viel schöner und angenehmer ist, als das Leben in einer Großstadt, weil hier ja jeder jeden kennt und überhaupt. Alles absoluter Mumpitz.

Wie der geneigte Leser meines Blogs ja schon mitbekommen haben dürfte, lebe ich selbst in einem kleinen Dorf, ich nenne es mal Kuhkaff und bin über diesen Umstand nicht gerade sehr zufrieden.

Zuerst einmal dieser All-kennen-sich-untereinander-Fakt. Das stimmt nicht. Ich kenne vielleicht 60% der Leute aus meinem Kaff vom Sehen her, mit 25% habe ich schon mal geredet und etwa 10% kenne ich persönlich und mit vollständigem Namen. Sicher, dieses verpennte Kaff ist winzig, aber das müsste ja gerade voraussetzen, dass ich mehr von meinen Mit-Dorfbewohnern kennen würde. Tue ich aber nicht. Hier legt niemand besonders viel Wert darauf, soziale Kontakte zu knüpfen oder gar zu pflegen und man kann froh sein, wenn man seinen eigenen Nachbarn näher kennt. Dass ich so wenig Bekanntschaften hier habe, hat jedoch einen ganz speziellen Grund: Hier wohnen nur Deppen.

Ich behaupte jetzt einfach mal frei von der Leber weg, 45% der Einwohner sind Leute über 45 Jahren. Der Grossteil davon ist alt und stirbt bald. Muss man also nicht persönlich kennen. Weitere 40% sind Personen im Alter von 30-45 Jahren, darunter zählen ja auch meine Eltern (obwohl sie sich schon im letzten Teil dieser Zeitspanne befinden). Ob es hier auch Menschen im Alter von 20-30 Jahren gibt, weiss ich nicht. Wenn ja, dann kann sich ihre Zahl nicht auf allzu viele belaufen. Jedenfalls bestehen die letzten 15% der Kaffleute, die jünger als 30 Jahre sind, aus degenerierten Dumpfbeuteln, mit denen ich lieber gar nichts zu tun haben will.

So, nachdem ich jetzt mit allerhand Zahlen um mich geworfen habe, werd' ich jetzt mal ganz durcheinander einige ganz besonders tolle Leute, also die Dorfdeppen vom Deppendorf, vorstellen. Hoho. Also viel Spass damit.

Zuerst wäre da eine Familie zu nennen, die ab und an morgens in meinem Schulbus mitfährt. Genau genommen sehe ich immer nur die weiblichen Teile der "Familie", ich nenne sie mal Familie Raucher, oder die drei Ziggi-Sisters. Alle drei lassen es sich nicht  nehmen, unaufhörlich Zigarettengeruch zu verströmen, der besonders morgens immer sehr angenehm ist.
Die älteste (olle Oma) trägt ihre Frisur stets in krauseligen, grau-weissen, ungekämmten Haaren, hat eine überdimensional grosse Brille, ein runzeliges Gesicht und einen schrecklichen Raucherhusten, bei dem man, wenn man ihn vernimmt, direkt Angst bekommt, sie könnte dem ihr am Nächsten stehenden gleich ein riesigen Schwall Teer vor die Füsse kotzen. Ihre (ich gehe ganz einfach mal davon aus) Tochter sieht eher aus wie ein Mann. Ihre Stimme klingt auch wie die eines Mannes. rau und vor allem rauchig. Ich würde fast vermuten, ihr Raucherhusten ist noch schlimmer. Klingt nicht nach einem Schwall Teer, sondern eher nach einem Teerteich, den die kotzen könnte. Weitere besondere Auffälligkeiten sind hässliche Schuhe, gepaart mit Hochwasser-Jeanshosen und ein Damenbart. Total angesagt. Die Dritte ist die Tochter dieser Tochter und sieht ihrer Mutter sehr ähnlich, (ja, sie trägt auch den modischen Damenbart) kann aber noch keinen solch ausgeprägten Rauherhusten vorweisen. Ansonsten sieht sie auch eher männlich aus, sowohl von der Frisur als auch von der Kleidung her. Jedenfalls wenn man von den Titten absieht.

Eine weitere höchst interessante Familie ist die wertgeschätzte "Familie Assi". Die Eltern habe ich noch niemals zu Gesicht bekommen. Wohl aber die fünf Kinder. Fünf. Eine davon ist wohl schon in meinem Alter. Die gute hat immer auffällige Farben im Haar, wie pink oder grün, kann mit mehreren Piercings angeben, ist aber ansonsten herbe fett, hässlich und lässt es sich darum nicht nehmen, sich wie eine Schlampe, Marke Strassenecken-Nutte zu kleiden. Drei weitere Bälger fahren morgens im Schulbus mit und lassen sich mit folgenden Worten beschreiben: Klein, dick und dumm. Ich vermute, dass zwei davon Zwillinge sind (ein Mädel und ein Bub), weil sie im gleichen Alter (14/15) zu sein scheinen und der dritte ist etwas älter, vielleicht 16. Den letzten Wanst (etwa 10-12 Jahre alt, weiblich) sieht man eigentlich nur, wenn's draussen schon etwas wärmer ist in der Dorfstrasse, halb nackt oder vollständig nackt. (Nein, ich denke mir das nicht aus und das ist auch kein Witz!)

Desweiteren ist noch Familie Alki zu erwähnen. Wie der Name schon sagt, sind aus irgendeinem Grund alle Familienmitglieder stets im alkoholisierten Zustand anzutreffen. Mehr muss man hierzu nicht sagen, schätze ich.

Wie in jedem gut sortierten Dorf gibt es natürlich auch eine Zeugen-Jehoves-Familie. Ausgestattet mit etwa sechst Kindern, wenn ich mich recht erinnere, in allen möglichen Altersgruppen von 10 bis 30 Jahren fristen sie ihr Dasein hier in diesem kleinen Dorf und scheuen sich nicht davor, ihre Mitmenschen mit Jehova-Gelaber zu quälen. Toll.

Eine weitere unbedingt erwähnenswerte Person ist ULF. Ulf ist nicht wie jeder normale Mensch. Ulf ist einfach anders. Ulf sieht auch anders aus. Schielend und immer irgendwie dümmlich grinsend ist er eigentlich immer radsportlich unterwegs, jeden zweiten Tag, bewaffnet mit einem Riesenrucksack und Angelausrüstung anzutreffen. Ulf redet auch anders. Ausserordentlich unverständlich. Vielleicht hat er in all den Jahren des Einsiedlerdaseins eine eigene Sprache entwickelt, die nur er und seine imaginären Freunde verstehen können. Wer weiss das schon. Was ich weiss ist, dass Ulf bei einem Arbeitsunfall drei Finger seiner Hand verlor, so abgesägt. (Ich weiss nicht mehr, ob es die rechte oder die linke Hand war, sieht aber unschön aus.)

Etwas weiter weg, aber immer noch innerhalb des Dorfes (es ist ein sehr langgezogenes Dorf) wohnt das SCHAF. Das Schaf ist eigentlich ein Mädchen. Sieht und hört man auch (Brüste, hohe Stimme, etc.), neigt aber dazu, sich wie ein waschechter Junge mit extrem verquerem Klamottengeschmack zu kleiden. Den Namen Schaf hab' ich ihr verpasst, weil sie nicht nur von ihrer lockigen Omafrisur her ausschaut wie eines, sondern auch immer so guckt. *Pfeif*

Kommen wir nun mal zu meiner näheren Nachbarschaft. Meine Nachbarin ist Tschechin. Sie scheint viele tschechische Kinder zu haben, die auch gerne mal zu Besuch kommen, ihre Freunde, ihren Verwandschaftskreis und wahrscheinlich auch noch deren Freunde mitbringen und alles mit ihren Tschechenautos zuparken. Vor zwei Jahren ist der Mann meiner Nachbarin ja verstorben. (Er war kein Tscheche) Sie ist jetzt kurzerhand, um in Deutschland bleiben und das Haus weiterhin finanzieren zu können, mit Herrn Q. aus dem hinteren Dorf zusammen, der für sie seine Frau verlassen hat. Herr Q. ist verdammt unfreundlich und kommt wegen jedem Pups rüber und beschwert sich. So lieben wir das!

Ach, und das tollste vergesse ich ja wieder! Dann gibt's noch Familie Schnitzel. Die nenne ich so, weil die allesamt total fett sind und früher, als es im Dorf noch eine Kneipe gab (Herbert Esel - "Gaststätte zum Kotzen"... nein, andersrum: Herbert Kotz - "Gaststätte zum Esel". Haha, welch Wortspielgewalt), nahezu jeden Tag die Strasse an meine Haus vorbei hinaufgerollt (ich wohne ja auf einem kleinen Berg), um in besagter Kneipe deftig Schnitzel zu essen und anschliessend wieder runterzurollen. Mutter und Tochter (MAXI heisst die, auch kein Scherz) haben sich auch meistens gegenseitig angemotzt ("Du blöde Kuh! Von Dir lasse ich mir gar nichts sagen!" - "Jetzt werd mal nicht frech Du dummes Balg!!" - "Olle Schlampe!" - "Halt' jetzt die Fresse!" - "Fick Dich!!" - usw.) und das alles so laut, dass ich es in einiger Entfernung noch immer hören konnte. Nachdem seit dem so etwa 5 bis 6 Jahre ins Land gezogen sind ist Maxi ja nun etwas grösser geworden, grösser und vor allem fetter. (Sie kleidet sich jetzt auch nuttig. Warum kleiden sich besonders fette Weiber immer so nuttig, dass man ihren ganzen Speckbergen schutzlos ausgeliefert ist, weil sie überall hervorquellen?!)Die ganze Familie ist fetter geworden, obwohl's ja keinen Fresstempel (Schnitzelbude) mehr gibt. Aber Maxi ist extrem. Maximal. Die ist sicher breit wie hoch. Ganz schlimme Sache das.
Der dicke Oppa von ihr latscht auch heute noch jeden Tag hier die Strasse lang, mit seinem kleinen, räudigen, kläffenden Köter Charlie, der stinkenden Fusshupe. Aller fünf bis zehn Meter zieht Oppa Fettbacke einen riesigen Batzen Schleim hoch (es hört sich an, als würde er es direkt von den Fussohlen, durch den Darm in den Rachen ziehen), um das dann genüsslich in den Strassengraben zu rotzen. Klingt komisch, ist aber so. Unglaublich lecker.

Das wären jetzt so die Oberdeppen aus Deppendorf. Natürlich gibt es noch viel mehr, aber das würde hier jetzt zu weit führen. Wer dennoch mehr über die Deppen aus Deppendorf erfahren möchte, oder Fragen zu einzelnen Familien hat, der möge sich bitte bemerkbar machen, ich werde das dann nach Möglichkeit umsetzen.



Die Aufgezählten Familien und Personen sowie ihre Verhaltensweisen sind in keiner Weise fiktiv sondern wirklich und real existent. Ich habe mir nirgends die Freiheit genommen etwas dazuzudichten, sondern nur erzählt, was ich wirklich gesehen und gehört habe. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.





Wahnsinnige[r]. anwesend.

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