M u s i c = [ L i f e ]* <3



Rentner.

Wir kennen und lieben sie alle. Die Eltern unserer Eltern, Ommas und Oppas, die Menschen, die schon mit einem Bein im Grab stehen und regelmässig den Strassenverkehr blockieren. Die Haut schon schlaff geworden, alles faltig, von der Schwerkraft nach unten gezogen, die Bewegungen nur noch langsam und unkontrolliert. Und wie jeder weiss, werden nicht nur die alten Knochen langsam morsch, sondern auch das Hirn entzieht sich grösserer Nutzbarkeit, auch Alzheimer ist weit verbreitet und die allgemeinen Vorstellungen vom Leben sind bereits mit denen der jüngeren Generation nicht mehr vereinbar.

Ich kann förmlich schon den Aufschrei der Empörung für mein Schreiben hören. "Lass doch die armen alten Leute, die können da doch auch nix für! Die verdienen unseren Respekt!!!11" Ja, schon möglich, dass ich älteren Menschen Respekt entgegenzubringen habe, aber das ändert nichts daran, dass die meisten nichts als senile alte Knacker sind, die, wenn sie vor die Haustüre gehen, eine Gefährdung für ihre Mitmenschen darstellen.

Wer, der schon mal mit dem Auto unterwegs war, kennt diese Situation nicht: Am Strassenrand steht eine alte Omma mit zitternden Händen und Beinen, die sich schon fast in der Leichenstarre befindet und noch am Überlegen ist, ob es nun ratsam wäre, die Strasse zu überqueren, oder es doch lieber bleiben zu lassen. Dann, wenn all die eingerosteten Zahnräder oben in den Hirnwindungen endlich 'klick' gemacht haben und der Befehl zum Überqueren der Strasse gegeben wird, beginnt sie sogleich mit dem langwierig schwierigen Weg des Strassenüberquerens, selbstverständlich ohne vorher nach rechts oder links geblickt zu haben. Als Autofahrer ist man natürlich genau in diesem Moment bereits so nahe ran, dass man nichts anderes tun kann, als beherzt auf's Eisen zu treten, damit  man noch rechtzeitig anhalten kann um die Alte nicht einfach umzunieten. Das Endergebnis wäre dann nämlich tote Oma. Hat man es dank schnellem jugendlichem Reaktionsvermögen und guter Bremsfähigkeit des Autos schliesslich geschafft und die Vollbremsung vollführt, ohne dass einem ein muffiges altes Wrack in der Windschutzscheibe klemmt, hat die Omma bereits die Mitte der Strasse erreicht und bleibt schwankend stehen. Dass da grade ein Wagen quietschend und nur mit Mühe direkt vor ihr zum Halten gekommen ist, hat sie nicht wirklich realisiert. Allerdings scheint etwas in der stinkenden Mottenkiste, das früher mal als Hirn bezeichnet werden konnte, zu dem Schluss gekommen zu sein, dass die andere Strassenseite aus irgendeinem Grund nicht mehr erreicht werden kann. Also dreht sie sich um und latscht steifbeinig wieder zu der Seite zurück, aus der sie gekommen ist. Als Autofahrer, wissend, dass die Alte irgendwann einen zweiten Versuch starten wird, die Strasse zu überqueren, wünscht man sich dann innig, der nächste Trottel möge die Omma doch bitte einfach überfahren.

Eines steht fest. Wenn ich die Wahl habe zwischen hornbeinalt werden oder jung, knackig und sexy zu sterben, so wähle ich letzteres. Ich habe schlicht und ergreifend keine Lust darauf, irgendwann so alt zu sein, dass ich Mühe habe, mich an meinen eigenen Namen zu erinnern und ständig Hilfe brauche, weil ich mir nach dem Kacken den Arsch nicht alleine abwischen kann.

Als alter Sack verbringt man doch sowieso die Hälfte des Jahres beim Arzt, weil sich ein Gebrechen nach dem anderen ankündigt, die andere Hälfte essen, trinken, schlafen, fernsehen oder wahlweise am Fenster stehen, auf Klo gehen (weil die Blase nicht mehr die notwendige Tragfertigkeit hat und man ständig pissen muss), oder mit dem Überqueren von Strassen verschwendet.
Tolle Aussichten sind das.
Wenn ich mal 40 bin, sehe ich schon alt aus.





Wahnsinnige[r]. anwesend.

alltagssituationen.
vergangenheit.
meinung sagen.
aufgebaut.


maedchen.
herz.

kolumnen.
weiteres.
wegsehen.




Gratis bloggen bei
myblog.de